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Kingston Fury Renegade G5 2tb im Test

Steven van Eijk · 21. Juni 2025

Kingston Fury Renegade G5 2tb im Test

Einleitung – Erste Eindrücke und Erwartungen

Als ich die Kingston Fury Renegade G5 2 TB in den Händen hielt, wusste ich sofort: Das ist keine gewöhnliche SSD. Schon der Name „Renegade“ weckt Erwartungen. Keine Kompromisse. Keine Abstriche. Pure Leistung für Menschen, die mehr wollen als nur schnelle Systemstarts oder kürzere Ladezeiten in Spielen. Das ist Speicher für Enthusiasten, für alle, die ihr System bis ans Limit ausreizen wollen. Und zu dieser Gruppe gehöre ich ohne Zweifel.

Die Verpackung ist schlicht, aber schick, mit einem klaren Gaming-Look, ohne aufdringlich zu wirken. Beim Auspacken fällt mir sofort auf, dass Kingston keinen Kühlkörper mitliefert. Eine bewusste Entscheidung, vermute ich. Statt eine Universallösung vorzugeben, überlässt man es den Nutzern, wie und womit sie kühlen möchten. Clever, denn High-End-Mainboards mit integrierter SSD-Kühlung sind inzwischen die Norm.

Als ich die Fury G5 in einen PCIe 5.0-Steckplatz einbaute, fühlte es sich an, als würde ich ein neues Kapitel für mein System aufschlagen. Das ist kein optionales Upgrade. Das ist ein technologischer Sprung, bei dem ich mich sofort fragte: Wie groß ist der Unterschied tatsächlich?

In diesem Test teile ich meine Erfahrungen mit dieser SSD: von Benchmarks bis zur Alltagsbelastung, von der Leistung bis zum Temperaturverhalten. Vor allem aber möchte ich vermitteln, was ich selbst erlebt habe: die brachiale Kraft unter der Haube, kombiniert mit einer überraschenden Eleganz.

Fury_G5_m2

Technische Daten und Design – Minimalistisch mit einer Mission

Die Kingston Fury Renegade G5 wirkt auf den ersten Blick schlicht. Keine glänzenden Akzente, kein RGB, kein überflüssiger Schnickschnack. Das M.2-Format bleibt gewohnt kompakt, was den Einbau mühelos macht. Unter dem schlichten Aluminiumaufkleber verbirgt sich jedoch ein beeindruckendes Stück Technik.

Das Laufwerk nutzt eine rasend schnelle PCIe 5.0-Schnittstelle mit vier Lanes, kombiniert mit einem leistungsstarken SM2508-Controller und schnellem 3D-TLC-NAND. Das klingt vielleicht technisch, aber glaubt mir: Bei dieser SSD ist alles auf Geschwindigkeit ausgelegt. Die versprochenen sequenziellen Transferraten – bis zu 14.700 MB/s beim Lesen und 14.000 MB/s beim Schreiben – sind tatsächlich mehr als doppelt so hoch wie das, was ich von PCIe 4.0 gewohnt war.

Was mich persönlich anspricht, ist die Vielseitigkeit, die Kingston diesem Laufwerk mitgegeben hat. Ob Workstation, High-End-Gaming-PC oder Kreativstudio mit großen Dateien – diese SSD ist auf Leistung ausgelegt, ohne Ausreden.

CrystalDiskMark 8 – Pure Geschwindigkeit in Zahlen

Sobald ich das Laufwerk in mein System eingebaut und CrystalDiskMark 8 gestartet hatte, wurde klar: Das sind keine bloßen Versprechen auf dem Papier. Dieses Ding fliegt. Die sequenzielle Lesegeschwindigkeit erreichte praktisch die angegebenen 14.700 MB/s. Noch beeindruckender fand ich allerdings die Schreibgeschwindigkeit: mehr als 14.100 MB/s – das ist nicht einfach nur schnell, das ist ein neues Level.

Hier die wichtigsten CrystalDiskMark-Ergebnisse aus meinen Messungen:

Fury_g5

Diese Ergebnisse sind nicht nur beeindruckend – sie setzen neue Maßstäbe. Besonders in den SEQ1M-Tests zeigt sich das volle Potenzial von PCIe 5.0. Dateien werden geladen, als lägen sie bereits im Arbeitsspeicher. Mehrere Gigabyte große Videodateien öffnen sich in Sekundenbruchteilen, Spiele laden blitzschnell und große Projektdateien lassen sich geradezu „reibungslos“ verschieben.

Bei der Random-4K-Leistung, insbesondere mit mehreren Queues und Threads (Q32T1), erzielte die G5 überraschend hohe Werte. Wer regelmäßig mit Multitasking oder anspruchsvollen Anwendungen arbeitet, profitiert dadurch von einem spürbar schnelleren Nutzererlebnis. Alles fühlt sich einfach… direkter an.

Temperaturen & Stromverbrauch – Warm, aber beherrschbar

Eine SSD mit dieser Leistung erzeugt zwangsläufig auch Wärme. Bei längeren Benchmark-Durchläufen stieg die Temperatur auf etwa 54 bis 56 Grad Celsius. Das ist recht warm, aber nicht besorgniserregend. Was mir auffiel: Die Fury G5 drosselte nie. Kein Leistungseinbruch, keine Verzögerung. Selbst unter hoher Last arbeitete sie unbeirrt weiter.

Im Leerlauf bleibt die Temperatur übrigens zuverlässig unter 40 Grad, abhängig vom Luftstrom im Gehäuse. Während meiner Tests verwendete ich den serienmäßigen Kühlkörper meines Mainboards, und der erwies sich als ausreichend – bei intensiver Nutzung in einem kompakten Gehäuse würde ich allerdings auf jeden Fall zusätzliche Kühlung empfehlen.

Auch beim Stromverbrauch zeigt sich dieses Laufwerk überraschend ausgereift. Bei leichten Aufgaben blieb die Leistungsaufnahme mit rund 0,27 Watt minimal. Nur bei maximaler Schreiblast sah ich Spitzen von knapp über 9 Watt. Das ist viel, für dieses Leistungsniveau aber keineswegs unangemessen. Es wirkt, als hätte Kingston hier eine hervorragende Balance zwischen roher Leistung und Energieeffizienz gefunden.

Leistung im Vergleich – Eine Klasse für sich

Um die Leistung einzuordnen, folgt hier eine aktualisierte Tabelle mit weiteren beliebten SSDs – basierend auf demselben CrystalDiskMark-Test SEQ1M Q8T1:

Marke Modell Typ Kapazität Schreiben (MB/s) Lesen (MB/s)
Western Digital WDS100T2B0A 2,5″ 1 TB 517 555
Samsung MZ‑V8V1T0BW M.2 1 TB 2.580 3.260
Crucial CT500MX500SSD1 2,5″ 500 GB 492 535
Kingston SA2000M8500G M.2 500 GB 1.053 2.208
Samsung 980 (500GB) M.2 500 GB 2.118 3.130
Kingston Fury Renegade G5 M.2 2 TB 14.132 14.720

Wie du siehst, spielt die Fury G5 in einer völlig anderen Liga. Während andere SSDs zwischen 500 und 3.000 MB/s liegen, erreicht die G5 tatsächlich das Fünffache. Das ist keine Evolution, sondern eine Revolution.

Fury_g5_Verpackung

Fazit – Wenn Leistung an erster Stelle steht

Nach mehreren Tagen intensiver Tests, Benchmarks und praktischer Nutzung kann ich nur ein Fazit ziehen: Die Kingston Fury Renegade G5 2 TB ist zweifellos eine der schnellsten Consumer-SSDs, die ich je verwendet habe. Alles fühlt sich reaktionsschneller, direkter und flüssiger an. Und auch wenn die meisten Nutzer vielleicht nicht täglich die vollen 14 GB/s benötigen, macht es dennoch einen Unterschied – gerade im Gesamtbild aus Systemreaktion und Workflow-Effizienz.

Die Fury G5 ist nicht günstig und sicherlich nicht für jeden geeignet. Wer jedoch das Maximum aus seinem System herausholen möchte – sei es beim High-End-Gaming, bei der Videobearbeitung oder bei datenintensiven Workflows –, tätigt hier eine Investition, die sich durch Zeitersparnis, Leistung und Freude an der Nutzung auszahlt.

9.3VON 10

Fazit

Editor's Choice – eine absolute Empfehlung.

Pro

  • Hohe Lese- und Schreibgeschwindigkeiten

Contra

  • Nicht günstig